Urlaubsbericht Erste Skitouren in der Saison 2013/14

Urlaubsbericht erste Skitouren in der Saison 2013/2014.

Wir Hannes und ich sind am 24.12.2013 losgefahren nach Rojen auf 2000m. Wetterprognose für die nächsten 2 Tage starker Schneefall. Mit dem Wohnmobil stehen wir  am Starpunkt eines sehr guten Skitourengebiet in Südtirol.

Am ersten Tag liefen wir bei starkem Schneefall eine kleine Spritztour der noch nicht geöffneten Piste entlang. Heute ist der 26.12.2013. Die ersten Tourengeher starten gerade schon, die Sicht jedoch ist auf 200-300 Meter begrenzt. Soll man da losgehen? Eigentlich sind solche Tage als Ruhetage prophezeit. Die Leute lassen sich jedoch nicht davon abschrecken. Die mangelte Fitness besagt wohl eher, nehme mit was du bekommen kannst. Deshalb müssen wir es mal versuchen. Denken auch wir uns… Der inneren Nockenkopf 2772m, 890 Höhenmeter wird als Ziel gesetzt. Wir haben jetzt 11 Uhr, vor 12 Uhr starten wir aber bestimmt nicht….

Wieder am Wohnmobil angekommen ist es schon dunkel geworden, wir waren fünf stunden Unterwegs für die Abfahrt haben wir fast so lange gebraucht wie für den Aufstieg. Vom Parkplatz aus waren wird die letzten die losgingen. Nach 15 min hatten wir die ersten schon eingeholt. Die nächsten zwei nach ca. 1 Std. dort waren sie schon umgekehrt die Sicht wurde stetig schlechter aber wir kamen trotzdem gut voran. Also ging es stetig bergauf. 2 Std waren wir jetzt unterwegs die Sicht war langsam wie ein Flug in den Wolken wir konnten den Aufstieg den wir mittlerweile selber spuren müssen, nur schlecht dem Gelände anpassen. Wenn ich voraus ging hab ich die Route nach dem geringsten sinken gewählt, wie ich das beim Segelfliegen gelehrt worden bin. Nach 3,5 Std. standen wir oben. Wo genau wir  sind können wir nicht erkennen die Sicht nicht mehr wie 10-15 m. Kurze Rast zusammenpacken und abfahren. Abfahren in ein weises Loch voller Schnee mit kaum bis gar keinen erkennbaren Geländeformen. Das Gefühl wir ständig enteignet. Der Gleichgewichtssinn ist stark eingeschränkt. Such dir kleine Merkmale in der weißen Landschaft und halte drauf zu und man bekommt ein kleines Gespür für die Distanz, so kam es mir vor. Der Schnee etwas schwer aber frisch gefallen. Dir Dämmerung trat langsam ein, wir waren noch nicht im Rojental wo der Weg am Fluß nicht zu verfehlen war. Das Snowboard wurde wieder geteilt die Bindung umgesteckt und wir fuhren im 40 cm tiefen Neuschnee im Telemark weiter ab. Auf dem Weg am Fluss angekommen geht eine mühsame Schieberrei bis zum Wohnmobil vorbei. Es ist 17 Uhr und schon dunkel. Gerade so aufgegangen denk ich mir.

Zwei Tage sind vergangen als ich die letzten Sätze zu Ende schrieb. Der letzte einer der Tage die man nicht vergessen kann. Wolkenloserhimmel, 40 cm frischer Pulverschnee. Wir starten um 9 Uhr in dieselbe Richtung wie am Vortag, bei besten Sichtbedingungen steigen wir viel früher, direkt nach dem Wald rechts auf dem Rücken empor. Richtung dem inneren Nockenkopf. Recht Steil geht es in engen Spitzkehren nach oben. Da kommt der Schwabe nach Südtirol um zu Spuren‘ ging es mir immer wieder durch den Kopf. Aber die Freude als erster am heutigen Tage auf dem Gipfel zu stehen war unbändig. In schnellen 3 Stunden trieb es uns nach oben. Jedoch wurden wir auf den letzten 100m von unseren Nachbarn überholt. Ein Pärchen mit Lawinenhund die am Abend zuvor sich zu unserem Wohnmobil gesellten. Ich hatte nichts dagegen. Am Gipfel angekommen sahen wir unseren gestrigen Wendepunkt. Es war die Grionscharte mit 2650m die uns im tiefen Nebel verborgen blieb. Nicht so heute, die Aussicht war grenzenlos. Um 11.30 Uhr ließen wir uns in den Gipfelhang fallen. Die Abfahrt führte durch Rinnen und Mulden wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Angelegt wie eine künstliche riesen Rutschbahn übertraf sie  unsere Erwartungen. Die Wahl der Abfahrtslinie war nicht ganz unkritisch. Wir fuhren stets einzelnd in die Hänge ein. Ich fuhr konzentriert fast in einem nach unten. Am Auto angekommen stellten wir unsere Stühle in die Sonne und füllten die Weizengläser. Ich war mir sicher das mich mein Cola-Weizen auf einen weiteren Aufstieg mit einer Gehzeit von 2-3 Std. hinauf brachte. Nach kurzem verweilen ging es dann los, auf den inneren Nockenkopf der etwas nördlicher liegt. Wir kamen gut voran. Am Gipfel angekommen war das Glück groß als wir hier die letzten Spuren am Tage,  in die Abfahrt legen dürfen. Stolze 1635 Höhenmeter standen heute auf der Uhr. Der Innere mit seinen 2768 m und der äußere Nockenkopf mit seinen 2767 m.  Der Abend endet nach der Abfahrt mit dem Auto von Rojen ins Tal, mit Dusche, Strom und Internet auf dem Campingplatz. Nach einem Telefonat mit der Heimat, trat noch ein kleines Problem auf. Wir vergessen diesen Tag nicht. Mein Freund Gerhard und seine Firma hatten mal wieder zu viel Arbeit. Am nächsten morgen klingelte um 8 Uhr das Telefon, ab da verlief die Zeit wie im Fluge. Ich vergaß nicht wo ich bin aber was um mich passierte, ich saß die nächsten 7 Std. ununterbrochen vor dem Bildschirm und der Tastatur.

Der Weg zu Ambergerhütte. Wir fuhren um 16 Uhr los, Richtung Innsbruck. Auch wenn ich noch nicht viel der Nordalpen von oben gesehen habe, wäre es mit dem Segelflugzeug sicher nur ein kleiner Sprung gewesen. Wir aber fuhren im Tale in einen schönen Abendhimmel, Richtung Ötztal nach Längenfeld, um dann von Grieß aus mit der Stirnlampe im dunkeln auf die 2187 m hochgelegene Ambergerhütte aufzusteigen. Und ich habe gekämpft. Den ganzen Tag kaum etwas gegessen und getrunken und den Rucksack vollbepackt. Hannes legte ein Tempo vor das ich große Augen bekam. Der 2 stündige Zustieg über den Versorgungsweg der Hütte war einfach. Meine Kräfte aber erschöpft. Ein glücklicher Anblick der ausgeleuchteten Hütte beglückte mich mit feuchtfunkelten Augen. Während dem Aufstieg hoffte ich auf eine Wetterbedingte Erholungsphase am morgigen Tage. Es kam wie erhofft, es schneit, die Sicht ist schlecht und so sitz ich hier und genieße die Zeit für einen Moment wie er durch keinen geringsten beeinflusst wird. Hannes fuhr Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse nochmal ins Tal ab und bewies seine Kräfte mit einer Aufstiegszeit von 1 Std.16 min. Wofür wir gestern 2 Std. benötigten. 

Nachfolgendes soll als Vorwort gelten, für eine Aufzählung von kleinen Abenteuern die wir erleben dürfen. Abenteuer in denen die Kraft der Natur und deine körperliche Verfassung die Grenzen und Regeln aufstellt. In einer Umgebung wo sich das Wetter wie im Zeitraffer wandelt. Wo sich das Licht der Hütte in der Finsternis der Nacht in Eiskristallen spiegelt und sich über Hindernisse hinweg dir zeigt.

Der Wetterbericht der letzten Tage war zuverlässig und so erhoffe ich mir für morgen einen sonnenreichen Tag mit jetzt schon 30 cm Neuschnee. Man hört hier oben viel über die Gefahren der Unternehmungen. Man muß seine Ziele den Bedingungen anpassen. Wir versuchen das Beste zu machen. Das Beste wird aber immer ein Weg am Grad sein. Ein Weg mit bester Aussicht.

Skitour auf die Kuhscheibe von der Ambergerhütte aus. Wolken loser Himmel 30-40cm trockener Neuschnee. Nach einem erholsamen gestrigen Tage konnte ich es wie so oft kaum erwarten bis es losging. Wir starten um 8.10 als erster, die damit verbundenen Konsequensen waren mir natürlich bekannt. Wir müssen den Aufstieg spuren. Ich hatte aber die Hoffnung dass wir schnell abgelöst werden. Ich wählte für den Aufstieg den ersten Rücken aus, mir kam dieser Weg sicherer vor, wie der Normalweg der etwas weiter im Tal über Mulden und kleine Rücken hinauf geht. Mehr dazu später. Dir ganze Meute der Hütte lief hinterher. Der Abstand zu uns wurde aber nicht geringer sondern erliefen wir uns einen Vorsprung, trotz der Mühevollen Spurarbeit im Kniehohen Tiefschnee. Diese Qual nehme ich gerne auf mich wenn ich nicht der letzte sein muß der wohl hilflos verschüttet wird, wenn der Hang oben bei uns abbricht. Nach zweistunden werden wir für eine kurze Zeit von einem Pärchen vom Spuren abgelöst. Der Aufstieg führte nun in den Gipfelhang und wir freuen uns als wir von 3 Einheimischen Skibergsteigern eingeholt werden. Sie bedanken sich herzlich für die Spurarbeit und übernehmen den Rest. Die drei mit den wir uns später noch etwas austauschen können waren gut drauf. Nach 3.5 Std. kamen wir nach den dreien am Joch des Kuhscheibengipfels an. Der Gipfel mit seinen 3187m mußte in den letzten 50m in leichter Kletterei begangen werden. Mir war es wichtiger in den jungfräulichen Hang zu fallen. Deshalb ließen wir den Gipfel aus. Der Gipfelhang ein Traum. Darauffolgend mußte um in das nächste Steilstück einzufahren viel geschoben werden. Die Abfahrt über die Rinnen und Mulden vom Normalaufstieg den wir heute morgen beim Aufstieg nicht gewählt hatten lag jetzt vor uns. Die drei einheimischen hatten uns zwischenzeitlich wieder eingeholt und legten ihre Spuren in die rechte der beiden Rinnen vor uns. Ich wählte natürlich die jungfräuliche. Kurz nach dem einfahren legte sich rechts neben mir ein Riss in die Schneedecke. Ich konnte schnell regieren und fuhr hinaus. In Sicherheit beobachte ich wie ein Teil des Hanges in die Tiefe grollt. Die sichere Aufstiegspur von heute morgen war also richtig gelegt. Unten angekommen waren wir kurze Zeit später wieder auf der Hütte. Am Tisch des Pärchens dessen wir gemeinsam aufgestiegen sind wurde ein Bier nach dem anderen verzerrt und ein wirklich sehr netter Austausch an Erfahrungen und Interessen ergab sich.

Mittlerweile ist es wieder Nacht geworden, aufgrund der begrenzten Tourenmöglichkeiten die wegen den Geringen Schneehöhen vorhanden waren, beschlossen wir von der Hütte abzufahren. Im voll rausch und 20kg auf dem Rücken fuhren wir über den sicheren Fahrweg nach unten.

31.12.2013 Aufgewacht in Gruben zu Besuch bei Freunden auf dem Campingplatz. Ich darf mir wieder einen Erholungstag gönnen. Auch wenn er nicht wirklich verdient ist denn der gestrige Tag war ja nur auf einen Gipfel beschränkt. Hier im Tal nach Sölden, gibt es in dieser Jahreszeit fast keinen Einfall von Sonne, die Berge steigen steil empor. Wir schonen die Kräfte und wollen morgen weiter nach Süden fahren. Die Dolomiten oder die Bernina hatten vor 6 Tagen den meisten Schnee bekommen, die vergangene zeit hat die Lage der Lawinensituation vorrausichtlich wieder abgeschwächt, vielleicht warten somit tolle Bedingungen.    

Silvester mit unseren Freunden  Astrid und Gunzi. Mit reichlich Rum im Blut liefen wir von Huben 1.5 Stunden auf die hochgelegene Alm von der aus wir mit Rodeln abfahren. Oben auf der Alm war einiges geboten. Astrids Lob zum 70 Eur Buffee war so herzlich das wir uns daran umsonst und ohne stehlen zu müssen verköstigten durften. Die Getränkerechnung von uns vieren belief sich auf 130Eur, einen großen Verlust hatte der Wirt, mit uns bestimmt nicht gemacht.

Am 1. Januar 2014  nach einem Telefonat mit den Eltern die uns auch die bisherigen Tourenmöglichkeiten empfohlen hatten, von denen ich mir vom Kindesalter an, viele Dinge abschauen konnte insbesondere wie man in unbegangenem Gelände eine gute Aufstiegsspur legt. Wie schon erwähnt kam uns das in diesem Urlaub schon mehrmals zu gute. Nun ging es endlich weiter zum Julierpass der mit rund 2000m seine höchste Stelle hatte und Gipfelzustiege von über 3000m bot. Wir fuhren den direktesten Weg über das Engadin nach Davos Richtung Südwest. Der Flüela Pass bot Einblick in bestes Skigelände, die Augen kaum noch auf die Straße gerichtet, kostete es unseren Rückspiegel. Kurze Zeit später nahmen wir die Möglichkeit in Anspruch. Und stiegen in der Nachmittagssonne die uns nach den ersten 50 Höhenmeter entgegen kam auf die Winterlücke mit 2787m auf. Eine Spritztour mit kurzen 2 Std. Aufstiegszeit und ein wunderschönes Panorama auf den Alpen Hauptkamm bot uns diese Tour. Die Schneelage leider für den felsigen Untergrund zu gering, bei kräftigen Turns kam es oft zum Bodenkontakt. Mein Belag war mittlerweile schon an mehreren Stellen bis auf den Holzkern durchgebrochen. In der Nacht kamen wir in Bivio einem kleinen Skidorf an. Heute morgen sind wir bei leichtem Schneefall und schlechter Sicht aufgewacht. Die Wetterauskunft bei einem kleinen Berggasthaus versprach für den morgigen Tag Wetterbesserung. Nutzen wir die Zeit für Literatur ein bisschen Erholung obwohl das kaum nötig ist und freuen uns am schreiben dieser Erfahrungen.  

03.01.2014

Wir Starten vom höchsten Punkt des Julierpass der etwas über 2000m liegt. Ohne Tourenführer und Karte laufen wir den zahlreichen Skibergsteigern hinterher. Ziel ist es auf einen der 3000m Gipfel zu kommen. Wir kommen wieder gut voran und können zu den anderen aufschließen. Der Aufstieg über eine grandiose Berglandschaft mit Einblick in Gletscher vergeht wie um Flug. Das Anfangs noch heitere Wetter zieht langsam zu und die Sicht wird schlechter. Wir können bis auf den Gipfel mit Skiern aufsteigen. Einen einzigen gleichgesinnten den wir oben antreffen, wußte auch nicht wie der Berg heißt. Es war ein junger Athlet der nach einem gestrigen 50km Lauf, wieder am trainieren war, für Wettkämpfe im Skiberglaufen. Das Gewicht seiner Ausrüstung belief sich vorraussichtlich auf ein ¼ von unserer. Für den Aufstieg benötigte er die hälfte der Zeit. Es war ein netter Kerl, wir verabschiedeten uns auf dem stürmischen und kalten Gipfel mit Handschlag. Leider war die Sicht mittlerweile so schlecht geworden dass sich Konturen im Gelände nicht mehr erkennen lassen. Wir fuhren in bestem Skigelände bei sehr guten Schneeverhältnissen, leider bei schlechten Sichtbedingungen ab. Es war leider somit nicht möglich eine optimale Route zu wählen. Bei der Abfahrt konnte ich mir noch Auskunft einholen welchen Gipfel wir bestiegen hatten. Es war der  Piz Sorgonda der mit 3205m unserer höchster in diesem Urlaub war.

Das Wetter für die nächsten Tage ließ erneut Neuschnee von bis zu einem Meter erwarten. Die Neuschneemassen bringen eine gefährliche Lawinenlage mit sich, es wird kaum möglich sein die nächsten Tage Touren zu unternehmen. Wir beschlossen hier unseren Urlaub zu beenden und eine anderes mal die zahlreichen Tourenmöglichkeiten am Julierpass aus zu schöpfen.

Vom 24.12.2013-03.01.2014  waren wir unterwegs. Wir fuhren mit dem Wohnmobil eine Strecke von 1050 km und bestiegen  Gipfel in Österreich, Italien und der Schweiz mit insgesamt 5954 Höhenmeter.

 

Zwölferkopfbahn 2350m                             400 Hm

Groinscharte 2650m                                   700 Hm

Innerer Nocken Kopf 2768 Hm                   818 Hm

Äußerer Nockenkopf 2767                          817 Hm

Zustieg Ambergerhütte 2135m                   535 Hm

Kuhscheibe 3187m                                   1052 Hm

Winterlücke 2787m                                     587 Hm

Piz Sorgonda  3205m                                1045 Hm 

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